Erdbeeren fühlen sich fast überall heimisch – im kühlen England und im sonnigen Spanien
Vor ein paar Wochen hat die Erdbeersaison in Mitteleuropa begonnen. Die süßen roten Früchtchen sind auf Feldern von England bis Deutschland zu finden. Ein Anlass für mich und meinen Kollegen Antonio, den SanLucar Erdbeerexperten, eine Reise quer durch Europa zu starten, um uns über die verschiedenen Anbauformen und die neuesten Trends zu informieren. Wir wollen Euch unsere Erfahrungen nicht vorenthalten und zeigen Euch die interessantesten Ecken der „Erdbeerstraße“.
Montag – Anreise im Südwesten Englands
Bevor wir es nicht mit eigenen Augen gesehen hatten, konnten wir uns kaum vorstellen, dass in England wirklich Erdbeeren und Himbeeren wachsen – die auch noch schmecken
. Die englische Anbaumethode unterscheidet sich von der in Deutschland üblichen dadurch, dass die Erdbeeren unter einem Tunnel angebaut werden. So sind die Früchte vor Regen und kühlen Temperaturen geschützt. Dazu werden die Erdbeeren in Töpfen oder Erdsäcken auf Stellagen angebaut. Das hat den Vorteil, dass die Früchte nicht mit Erde in Berührung kommen und vor Krankheiten durch das feuchtere Klima besser geschützt sind. „Die Sorten, die wir hier in der Region um Kent (Anmerkung der Autorin: 30 km von London entfernt) anbauen, haben sich hervorragend dem hiesigen Klima angepasst. Wir achten sehr darauf, dass die Früchte unseren Kunden schmecken. Helle, nicht allzu große Früchte mit leicht säuerlichem Geschmack kommen am Besten an,“ erzählt uns ein Anbauer. Auch wir lassen uns auf dem Feld beim Probieren frisch gepflückter Erdbeeren von ihrem köstlichen Geschmack überzeugen.
Dienstag – Die Fahrt durch den Eurotunnel nach Holland
Am Nachmittag des zweiten Tages geht unsere Reise Richtung Süden weiter. Am schnellsten geht das durch den Eurotunnel, der Autozug saust in 30 Minuten unter dem Ärmelkanal durch. Angekommen auf der französischen Seite geht es mit dem Auto weiter nach Holland in die Region von Breda. Schon auf der Fahrt kommen wir an Erdbeerfeldern vorbei. Die flache Landschaft eignet sich ideal zur landwirtschaftlichen Nutzung .
Mittwoch – Ein Tag unter holländischen Erdbeer-Anbauern
Holland begeistert uns nicht nur wegen der Erdbeerfelder, sondern auch wegen seiner Kanäle und Seen. Dieses typische Landschaftsbild haben die Niederländer auch liebevoll in die Planung ihrer Städte eingebracht. Auf dem Programm für heute stehen für uns aber vier Erdbeer- und Himbeeranbauer. In Holland gibt es für den Sommer und Winter verschiedene Formen des Anbaus:
Sommererdbeeren: Diese werden im März als kleine Jungpflanzen ins Freie auf 30 cm hohe Beete gesetzt, die mit schwarzer Folie überzogen sind. Ab Juni kann es dann je nach Sorte und Klimabedingungen mit der Ernte losgehen. Wenn das Wetter mitspielt, kann bis Mitte Oktober geerntet werden.
Wintererdbeeren: Die Holländer sind bekannt für ihr Know-Know bei der Gewächshauskultivierung. Ab dem Spätsommer werden die Erdbeeren in substratgefüllte Topfsysteme, die auf Rinnen über dem Boden stehen, gezogen. Ein Anbauer erklärt uns: „Diese Anbauweise ist sehr zeit- und kostenaufwendig und erfordert auch einige Erfahrung. Aber ich freue mich immer wieder darauf an Weihnachten Erdbeeren aus der Region essen zu können.“ Damit nicht genug: Auch Himbeeren können auf diese Weise angebaut werden. Auf dem Foto (rechts) sind bereits ausgetriebene Knospen sichtbar.
Nicht zu vergessen die Reisekuriosität, die wir auf dem Hof eines Anbauers entdeckt haben. Zu der könnt ihr Alles auf dem Blogbeitrag Reisekuriositäten Erdbeerautomat nachlesen.
Donnerstag - Belgien, ein Schritt in unbekanntes Erdbeerland
Ehrlich gesagt habe ich bis vor meiner Reise nicht gewusst, dass Belgien ein wichtiges Land für die Erdbeerproduktion ist. Vor Ort konnten wir uns aber eines Besseren belehren lassen. Zwischen Obstplantagen mit Äpfeln, Birnen und Kirschen liegen die zahlreichen Erdbeerfelder. In Belgien wird für den Erdbeeranbau das gleiche System wie in Deutschland verwendet. Die Pflanzen werden direkt in den Boden gepflanzt, und die Wege dazwischen werden dann mit Stroh bedeckt. Die Strohbedeckung bringt gleich zwei Vorteile: Zum Einen sind die Pflanzen auf diese Weise zu Beginn des Frühlings besser vor den Spätfrösten geschützt und zum Anderen ist es möglich, das Feld auch bei schlechten Wetterbedingungen zu betreten.
Die Ernte erfolgt von Hand und die Früchte werden direkt auf dem Feld in Schalen gefüllt. Da Erdbeeren sehr druckempfindlich sind und sich ihre Haltbarkeit durch Druck verkürzt ist das die beste Erntemethode. Auch SanLucar erntet alle seine Erdbeeren auf diese Weise.
Freitag – Besuch bei unseren SanLucar-Erdbeeren
Am letzten Tag unserer Reise, stand noch ein Besuch bei unseren Meisteranbauern zwischen Rhein und Nationalpark Eifel an. SanLucar baut dort zusammen mit seinen Anbauern bereits im zweiten Jahr neue Erdbeersorten an. Antonio und ich haben uns das Feld mit den neuen Sorten angeschaut, um einen Eindruck zu bekommen, welche davon in Zukunft unseren strengen SanLucar Standard erfüllen können. Wichtig ist dafür, dass die Sorten eine hervorragende Fruchtqualität mit viel Geschmack verbindet und so die Wünsche unserer Kunden erfüllt. Die Anbauer tragen mit ihren Erfahrungen und ihrem Know-How viel dazu bei, dass eine Erdbeere zu einer SanLucar Erdbeere wird.
„In diesem Jahr hatten wir in Deutschland atypische Klimabedingungen. Das gewohnte Wachstum und die Qualität der Erdbeeren ist dadurch stark beeinflusst worden“, berichten uns die Anbauer. „Erdbeerpflanzen werden Ende März direkt in den Boden gepflanzt. Diesmal hatte wir einen sehr langen, harten Winter. Die Pflanzen haben deshalb später als sonst mit dem Wachstum und der Blütenbildung begonnen. Wir mussten ganz schön lang auf den Startschuss für die Ernte warten. Aber zum Glück hat das warme Juli-Wetter die Erdbeeren dann beim Reifen unterstützt.“
Die Erdbeersaison in Deutschland kann bei guten Wetterverhältnissen bis in den Oktober gehen. Wir werden unseren Anbauern dann nochmal einen Besuch abstatten, um am Ende der Saison eine endgültige Bewertung der neuen Sorten abgeben zu können.
Euch wünschen wir bis dahin noch ein leckeres Erdbeer-Naschen!
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