Wir von SanLucar sind normalerweise dagegen mit Essen zu spielen. Es gibt aber auch in unseren Reihen Ausnahmen. Unseren „becario“ David zum Beispiel. Er war gestern auf der weltberühmten Tomatina in Buñol. Von der habt ihr sicher schon einmal Bilder im Fernsehen oder in der Zeitung gesehen. Und weil Buñol quasi direkt vor der Haustür von SanLucar – nur wenige Kilometer von Valencia entfernt – liegt, verfügen wir jetzt über einen Augenzeugenbericht von der Tomatenfront. Bitte, David:
Mit Essen spielt man nicht! Ich schon – Tomatenschlacht!!!
Gestern war ich mit meinen 2 Mitbewohnerinnen bei der Tomatina in Buñol. Ihr werdet Euch jetzt vielleicht fragen, worum es sich bei der „Tomatina“ handelt? Also, man nehme fünf LKWs vollgeladen mit überreifen Tomaten, eine große - am besten weiß gekleidete Menschenmasse aus der ganzen Welt, ein idyllisches spanisches Dorf und fertig ist die Tomatina.
Aber der Reihe nach: Schon früh am Mittwochmorgen müssen wir in Valencia aufbrechen. Schließlich wollen noch fast 40.000 andere Tomatina-Verrückte mit uns nach Buñol. Nachdem wir in Buñol ein geeignetes Plätzchen gefunden haben, warten wir auf den Beginn der Tomatenschlacht. Pünktlich um 11 Uhr vormittags geht es los. Die Tomaten-LKWs fahren langsam durch die menschengefüllten Strassen. Die Tomaten werden von den Ladenflächen abgeworfen und schon beginnt der„guerra de los tomates“ , der Tomatenkrieg, wie man hier so schön sagt. Dabei gibt es so gut wie keine Regeln – das Wichtigste ist es die anderen Teilnehmer so gut es irgendwie geht mit Tomaten einzusauen.
So läuft es eine Stunde lang, bis 12 Uhr. Dann wird die Tomatina mit einem Glockenschlag beendet. Es wirft auch wirklich niemand mehr mit Tomaten – oder besser gesagt mit dem Saft und Matsch, der mittlerweile zentimeterhoch auf den Strassen steht. Das gehört zum Ehrenkodex der Tomatina. Die am ganzen Körper und Kleidung verteilen Tomaten waschen wir mit extra hierfür gestellten Duschen und mit der freundlichen Hilfe von Anrainern, die uns mit Wasserschläuchen bespritzen, ab. Zurück nach Valencia zu kommen, ist aber schwieriger als erwartet. Die Warteschlange für den Zug ist einfach viel zu lange und wir entscheiden uns schliesslich ein Taxi zu nehmen. Nach einer Stunde Suche schaffen wir es auch endlich eines zu bekommen und für 50 € werden wir sicher nach Valencia gebracht. Um den Tag ganz mottogetreu abzurunden, essen wir am Abend sogar noch Spagetti mit Tomatensauce. Wir können wohl einfach nicht genug Tomaten bekommen
.
P.S.: Noch etwas Nahrung fürs Gehirn. Unser Spanischlehrer hat uns erklärt, dass dieser Brauch auf die Überproduktion von Tomaten zurückzuführen ist. Früher war die Möglichkeit zum Export nicht gegeben. So begannen die Leute in Buñol einfach damit sich gegegeseitig damit abzuschießen. Und anscheinend hat es Ihnen so gut gefallen, dass sie es heute noch tun.
Ähnliche Beiträge



Letzte Kommentare