Gartenarbeit ist nur bedingt mein Ding. Ich liebe zwar schöne Blumen und Bäume (insb. Obstbäume) im Garten, und kümmere mich auch um sie - und das Unkraut. Aber ein Nutzgarten mit Gemüseanbau, das macht mir so recht keine Freude - das überlasse ich lieber SanLucar & Co.
. Eine große Ausnahme ist aber mein Kräutergarten. Der ist mir sehr wichtig, und ich freue mich darauf, ihn im Frühjahr fit zu machen.
Einen richtig grünen Daumen habe ich nicht, so habe ich auch einige Problemkinder in Sachen Wachstum und Schädlingsbefall (was wohl aber auch sicherlich zum Teil am Standort des Kräutergartens liegen mag). Andere Kräuter gedeihen bei mir hingegen in Hülle und Fülle! Mein Kräutergarten liebt beispielsweise Salbei, Oregano, Thymian und Minze (letzteres ist nicht wirklich eine Kunst, denn das Zeug wächst wie Unkraut). Meine Sorgenkinder sind schon seit jeher Basilikum, Kerbel, Koriander und Petersilie (die feinen Kräuter halt). Letztere muss ich immer mal wieder frisch zukaufen, wenn sie in meinem Garten wieder nicht überlebt haben. Bei meiner Mama ist es genau umgekehrt: Sie kann Basilikum und Petersilie jedes Jahr in großen Mengen ernten.
Wichtig für ein gutes Gelingen im Kräutergarten ist es, Mischkulturen anzulegen. Von meiner Freundin Gaby weiß ich, dass, wie auch unter uns Menschen, einige Kräuter richtig gut miteinander können: gemeinsam wunderbar wachsen und sich sogar gegen Schädlinge zur Wehr setzen. Es soll aber auch Kräuter geben, die nicht miteinander können, und der eine in Anwesenheit des anderen immer den Kürzeren zieht.
So sind zum Beispiel Salbei, Lavendel, Thymian und Ysop echt Freunde. Auch Rosmarin, Thymian, Oregano und Estragon vertragen sich bei mir im Kräutergarten sehr gut. Die Minze sollte am besten ein Solist bleiben, denn sie ist sehr einnehmend. Vertragen sollen sich auch Basilikum, Petersilie und Gartenkresse. Zum Rand des Beetes kann man sehr gut zur Abwehr Schnittlauch, Knoblauch und Zwiebeln einsetzen.
Bei manchen Kräutern hat man Glück, und sie kommen im nächsten Jahr wieder: So mein Oregano, der Salbei, Minze, Schnittlauch und Estragon. Auch Rosmarin und Lorbeer können überleben, wenn der Winter nicht zu hart war, wie der letzte es leider war. Meinen Rosmarin - er war so schön und groß - hat es leider erwischt.

Ich pflanze meine Kräuter gerne in große Weidenkörbe, das sieht schön aus und sie sind immer griffbereit
Mein Lorbeerhochstämmchen habe ich wie immer drinnen überwintern lassen. Zum Ende hin hat er etwas gelitten, und ich musste ihn ganz schön zurückschneiden. Nun ist er aber wieder fit. Die feinen Kräuter muss man im Frühjahr neu pflanzen. Ich kaufe sie meistens in Töpfen, da mir das mit dem Saatgut einfach zu lange dauert.
Neben den Klassikern gibt es auch immer mal wieder schöne besondere Züchtungen: Zitronen-Thymian, Ananas-Salbei, roter Basilikum oder Kümmel-Thymian. Toll machen sich in einem Kräutergarten auch Currykraut, Kapuzinerkresse, Chilieschoten, Sauerampfer oder Pimpinelle. Ich habe es auch schon geschafft, Bärlauch mit einem Ableger aus unserem Wald zu züchten. Wer es mag, sollte auch an Liebstöckel (das Maggi-Gewürz), Dill und Bohnenkraut denken.
Viel Spaß beim Pflanzen, Ernten und natürlich Kochen mit Kräutern.


Seinen eigenen Kräutergarten zu pflegen bedeutet zwar viel Arbeit - aber es lohnt sich! Kochen ohne Kräuter ist tatsächlich wie eine Party ohne Musik - und wenn es dann noch die eigenen Kräuter sind macht das Kochen umso mehr Spaß.